So 18. August 2019 Untersiggenthal 15° – 31° – 23° sonnig

Eine hie und da gestellte Frage: „Bist du auf der Flucht?“ Darauf eine klare Antwort: „Nein, ich werde weder von einer Behörde gesucht, noch habe eine juristisch belangbare Straftat begangen.“

Eine baldige Wiedereinreise nach Paraguay sollte aus dieser Sicht eigentlich nichts im Wege stehen. Ich habe ’nur‘ meine eigenen finanziellen Kalkulationen nicht eingehalten —> selbstverschuldet. 😩

———-

Wie ich in Brugg im Restaurant Hotel Rotes Haus sitze, und meine Pizza Calabrese (extra scharf, siehe Beitragsfoto) verspeise, läuft vor der Gartenbeiz Simone Niggli mit Mann und ihren drei Kindern vorbei. (Kommend vom Aargauer 3-Tage OL) Das erinnert mich daran, dass diese Woche die OL -WM in Norwegen stattfand.

Dort hat, – für mich nicht überraschend – Simona Aebersold in drei Rennen, drei Medaillen gewonnen. Dies in ihrem ersten Jahr als Eliteläuferin. Ein Name, von dem man noch hören wird. Sofern Gesundheit und Motivation mitspielen.

Sa 17. August 2019 Untersiggenthal 16° – 24° – 20° nach morgendlicher Restbewölkung, manchmal ein wenig sonnig, aber auch ein paar ‚inkontinente‘ Tropfen.

Emotionale Momente heute, als ich meine Mutter im Altersheim besucht habe.

Auch ein wenig ungläubiges Staunen darüber, dass ich in Persona dastehe. Es sind nicht viele Worte nötig über das warum, Hauptsache ist einfach, dass ich da bin. Persönlich kommt es mir vor, als ob ich grad erst kürzlich hier war. Was ja rein zeitlich auch stimmt. (Genau genommen etwa fünf Wochen)

Ja und nächste Woche werde ich mich hier auf der Gemeinde aufs Sozialamt gehen und mich beraten lassen. Vorallem im Hinblick darauf bald wieder selbstständig und relativ unabhängig Handeln zu können. Ich habe kein schlechtes Gewissen dabei, oder ich schäme mich nicht. Aber da ich vorübergehend (zumindest finanziell) „untendurch“ muss, bin ich froh auf diese Möglichkeit zurückgreifen zu können. Wieder einmal ist es ein Vorteil ein Schweizer Bürger zu sein.

Meine Mutter (links) und ich (rechts) Die Foto ist absichtlich unterbelichtet (Persönlichkeitsschutz)

Fr 16. August 2019 Untersiggenthal 13° – 25° – 21° recht sonnig

Heute habe ich meine schweizerischen Pflichten erfüllt: Anmeldung bei der Gemeinde (Wohnsitzbestätigung anmelden, Heimatschein bestellen, Krankenkasse anmelden), das optimale Handyabo aufschwatzen lassen, mich auf dem RAV (Regionale ArbeitsVermittlung) angemeldet. Sobald als möglich will ich ja wieder ein unabhängiges und sofern möglich selbstständiges Leben führen.

Vor dem Hintergrund, dass ich bald wieder meinen Lebensmittelpunkt in Paraguay verbringen kann. Ja, ich will meinen Aufenthalt hier in der Schweiz so kurz wie nötig halten. Allen Unkenrufen zum Trotz. Keine Ahnung wie lange das sein wird. Vielleicht drei Monate, sechs Monate, oder auch zwölf Monate? Who knows?

Nicht unerwähnt lassen möchte ich, dass ich das Ganze mit einem Spaziergang von Untersiggenthal – Baden – Baldegg – Turgi – Untersiggenthal verbunden habe. Laufen soll scheints gesund sein.

Bahnhof Baden vom Schloss Stein aus

Do 15. August 2019 on the road bzw. in the air -55° – -55° – 33° (Madrid)

Und wieder hänge ich einige Stunden an einem Flughafen herum. Dieses Mal ist es Madrid wo ich sechs Stunden überbrücken muss. An das Preisniveau muss ich mich erst wieder gewöhnen. Eine Büchse einheimisches Bier (€ 3.50), ist etwa acht bis zwölf Mal teurer als in Paraguay.

Ich erzähle hier, als ob ich aus den Ferien zurückkommen würde, dabei stehe ich vor einem kompletten Neuanfang.

Komisch, ich fühle mich eigentlich gesund und munter. Weder empfinde ich ein gar schlechtes Gewissen, noch fürchte ich mich vor der Zukunft. Ich vertraue voll auf meine Instinkte. Die lassen mich nur selten im Stich und wenn, dann versuche ich aus den weniger guten Erfahrungen die für mich richtigen Schlüsse zu ziehen.

Dieses eine gute Jahr, dass ich jetzt in Paraguay verbracht habe, würde ich als eines der besten meines bisherigen Lebens bezeichnen. Wenn ich das nächste Mal – für mich die einzige Möglichkeit – ankommen werde, so kann ich behaupten, schon vieles selber bewältigen zu können und falls doch nicht, weiss ich inzwischen, wen ich am besten fragen könnte. (Noch ein Motto von mir: „take the best of both worlds!)

Paraguay volveré!

Mi 14. August 2019 6° – 10° – 10° meist sonnig

Nun sitze ich also hier am Flughafen in Buenos Aires bei einer Piña Colada und warte auf meinen Flug in meine ‚alte‘ Heimat. Heimat? Eigentlich glaube ich nicht, dass ich sehr lange in der Schweiz bleiben werde. Das ‚Abenteuergen‘ hat sich bemerkbar gemacht und eher früher als später bin ich wieder weg. Aber zum Glück lässt sich die Zukunft nicht vorhersehen.

Ich habe keine Ahnung, was mich in nächster Zeit erwarten wird, aber das macht mir keine grossen Sorgen. Nun da ich keinen materiellen Ballast mehr mit mir herumtrage, lässt sich irgendwie auch leichter etwas neues aufbauen. Ich bin da ganz offen.

Und nicht zuletzt lasse ich auch in Paraguay einige mir lieb gewordene Menschen zurück. Darum hoffe ich auch bald dorthin zurückkehren zu können.

Eindrücke vom letzten Tag in Argentinien

Di 13. August 2019 Buenos Aires 3° – 10° – 8° vorwiegend sonnig

Heute habe ich mit finanzieller Absicherung durch die Schweizer Botschaft, den Rückflug in die Schweiz gebucht.

Morgen Mittwoch Abend (Ortszeit), werde ich via Madrid nach Zürich fliegen, wo ich am späten Donnerstagabend eintreffen werde.

Ein deutlicher Regierungswechsel hier in Argentinien bahnt sich für den Oktober an. Nach den Vorwahlen vom Sonntag wirkt sich das Resultat auch auf das Alltagsleben aus. So hat man am Wochenende für einen US$ noch etwa 45 argentinische Pesos erhalten. Heute am Dienstag schon etwa 60 bis 70, je nach Tageszeit. (Inflation!) Glücklich, wer US$ sein eigen nennt.

Montag 12. August 2019 Buenos Aires 11° – 14° – 10° wechselnd bewölkt (auch hier ist Winter und Buenos Aires ist schon recht weit im Süden)

Ich bin froh, dass ich bald von hier wegkomme. (Ich bin ja nicht in den Ferien!) Es ist nicht so, dass Buenos Aires kein schöner Ort ist, aber Grossstädte haben mich noch nie fasziniert. Irgendwie sehen für mich die Innenstädte alle gleich aus. Abgesehen vom geschichtlichen Hintergrund.

Heute muss ich mir noch ein paar Kleidungsstücke erwerben, denn wie gesagt, meine gesamte Habe hat in einem eher kleinen Rucksack Platz.

So komisch es sich vermutlich anhört, so freue ich mich trotzdem noch einmal von vorne anzufangen zu können! Ich bin mir auch bewusst, als Schweizer in einer ziemlich privilegierten Lage zu sein.

Auf einer Führung durch das Teatro Colón