Do 25. April 2019   A.   25° – 28° – 25°   wechselnd Bewölkung, kurze Nieselphase am Vormittag

Wieder einmal Wetter. Ein relativ häufig zu beobachtendes Wetterphänomen (Wenn ich aus dem Fenster blicke, schaue ich gerne dem Wolkenspiel zu): Die gegensätzlichen Luftströmungen. Grundsätzlich standen wir heute unter Hochdruckeinfluss mit schwachen Höhenwinden aus Norden. Aber gleichzeitig ist ziemlich feuchte Luft in niedriger Höhe aus Richtung Süden eingeflossen. Deshalb auch der wenige Nieselregen mit der entsprechenden Bewölkung.

Aber dafür, dass es von der Jahreszeit her Herbst sein soll, sind die Temperaturen immer noch ziemlich angenehm. Normalerweise bin ich fast immer in Shorts unterwegs.

Gerade lese ich einen Artikel, in dem beschrieben wird, dass alleine im eher schwach besiedeltem Departament Concepción, mehr als hundert ‚Primarschulklassen’ seit dem Start des Schuljahres nach den langen Sommerferien Ende Februar ohne eigenen Lehrer dastehen.

Eine typische Erscheinung in eher ‚ärmeren’ Ländern dieser Welt. Die Landbevölkerung zieht es in die Städte, wo vermeintlich Milch und Honig fliessen. Dabei platzen die Grossstädte fast überall aus den Nähten.

Skyline-von-Guangzhou

Bild: Wohin mit all den Menschen in der Stadt? (Symbolbild: Irgendeine Grossstadt in China)

Ostermontag 22. April 2019   A.   22° – 28° – 24°   mal sonnig, mal wolkig

Guaranies

Ich bin Multimillionär! 🤑

Das sind 28’500’000 Guaranies = ~5’000 US$. Dieses Geld habe ich heute (Bereits erwähnt: Ostermontag ist kein Feiertag, dafür der Gründonnerstag) auf der Nationalbank abgeholt. Dabei handelt es sich um die zu leistende Garantiesumme, die man auf einem Sperrkonto hinterlegen muss, wenn man als Ausländer die Niederlassungsbewilligung beantragt. Den Antrag stellte ich am 18. Juli 2018. Die Bewilligung wurde am 28. Februar 2019 erteilt. Fast siebeneinhalb Monate dauerte dieses Verfahren.

Der Bankraum ist in einem imposanten Saal in einem Gebäude aus der Kolonialzeit. Beeindruckend ist immer wieder der grosse Personalbestand. Nicht unbedingt das Schalterpersonal oder so, sondern das bewaffnete Sicherheitspersonal. Ich könnte an solch einem Ort nicht arbeiten. Überwachungskameras in jedem Winkel und bewaffnete Security, die einem permanent über die Schultern bei der Arbeit zusieht.

Als nächstes will ich hier bei einer einheimischen Bank ein Konto eröffnen. Da ich gleichzeitig mit der Niederlassungsbewilligung auch einen paraguayanischen Personalausweis mit eindeutiger und persönlicher siebenstelliger Identifikationsnummer (Datenschutz ist hier nebensächlich) erhalten habe, werden sich viele Alltagstransaktionen wesentlich einfacher gestalten. Auch offiziell arbeiten ist jetzt möglich. 😉

Ostersonntag 21. April 2019   A.   22° – 25° – 24°   morgens nass, nachmittags bedeckt, abends noch ein paar Sonnenstrahlen

Nationalhymnen. Ein Thema, in dem ich bei weitem kein Experte bin. Und ehrlich gesagt, trifft keine der beiden Melodien meinen Geschmack. Weder die Melodie und schon gar nicht der Text. Aber zu jedem Land gehört offensichtlich der Patriotismus.

Nationalhymne von Paraguay:

https://www.youtube.com/watch?v=zpUpfXAKg6w

Nationalhymne der Schweiz:

https://www.youtube.com/watch?v=WMebBQSZLL8

Sa 20. April 2019 A. 25° – 31° – 26° bewölkt bis bedeckt, gegen Abend ein kurzer ‚Regenschprutz‘. Heute war die Sonne nur die ersten zwei Stunden nach Sonnenaufgang zu sehen. Nachher war es bedeckt und trotzdem wurden mehr als 30°C erreicht.

Mal ein Eintrag unter der Rubrik ‚Vermischtes’:

Dieses Video wurde am Gründonnerstag von einem Balkon meines Hauses aufgenommen. (Nein, nicht von mir. Aber ich habe die Szene auch beobachtet):

Dieser Autofahrer konnte trotz ziemlicher Gewaltanwendung und Schusswaffeneinsatz der Polizei nicht daran gehindert werden zu fliehen.

Nachtrag: Die Fahrer konnte später verhaftet werden. Ein junger Mann aus wohlhabendem Haus, der im ‚gestohlenen’ Mercedes des Papis unter Alkohol- und Drogeneinfluss mit weit übersetztem Tempo durch die Stadt preschte. Unterwegs hat er auch noch einen Fussgänger verletzt.

P.S. Das Auto ist schrottreif.

Karfreitag 19. April 2019   A.   22° – 33° – 27°   wenige Schleierwolken

Das Jahr Zweitausendundeins (2001) war irgendwie ein Zwischenjahr. Vom April bis Dezember habe ich einem kleinen Thurgauer Dorf namens Thundorf gewohnt. (Kleine Zwischenbemerkung: Das Auto, dass ich in jener Zeit während etwa sieben Jahren fuhr – ein Toyota Starlet mit am Schluss 270’000 km – hatte während den Jahren wo es in meinem Besitz war, Nummernschilder aus vier verschiedenen Kantonen (AG, AR, TG + ZH)).

Anyway, in jenem Jahr 2001 war ich bei einer Gleisbaufirma in Frauenfeld angestellt. Meine Berufsbezeichnung hiess „Sicherheitswärter auf Eisenbahnbaustellen“. Das sind diejenigen, die einen weissen Helm tragen und nicht bei den Gleisbau-Unterhaltarbeiten mittun dürfen, sondern „nur“ die Arbeiter auf den Arbeitsstellen vor den herannahenden Zügen warnen müssen.

Wobei festzustellen ist, dass die Anforderungen auf den Baustellen sehr, sehr unterschiedlich sind. Es macht schon einen riesigen Unterschied, ob man bei schlechter Sicht auf dem Gleisfeld vor dem Zürcher Hauptbahnhof mit den Dutzenden von Weichen für die Gesundheit der mit Maschinen arbeitenden Rotte zuständig ist, oder ob man zum Beispiel auf einer einspurigen Linie im Zürcher Tösstal bei schönstem Sonnenschein mit nur einem stündlichen Zug pro Richtung einer, an einer Barriere arbeitenden Gruppe zuschauen muss. (Wie gesagt: Mithelfen verboten!!)

In den knapp neun Monaten, in denen ich für diese Firma gearbeitet habe, absolvierte ich 40’000 Kilometer mit meinem Privatauto um an die diversen Einsatzorte zu gelangen. Fast in der ganzen Deutschschweiz war ich im Einsatz. Einmal sogar in der Leventina! Vom St.Galler Rheintal bis ins Fricktal habe ich viele Kilometer Gleis gesehen. Wobei die Nachteinsätze ziemlich häufig waren.

Ein wahrer Verschleissjob. Deshalb waren unter meinen Arbeitskollegen auch fast keine Schweizer zu finden. (Ausser die Chefs natürlich!) Die Mehrheit kam aus dem Gebiet der ehemaligen DDR. Drei bis vier Wochen aneinander Arbeiten und dann für ein langes Wochendende ’nach Hause‘. Was für ein Leben!

sicherheitswärter

Symbolbild eines Sicherheitswärters