Mo 20. Mai 2019   A.     20° – 27° – 23°   viele Wolken, wenig Sonne, aber trocken

Mehr als zehn Monate sind vergangen seit meiner Abreise aus der Schweiz. Und noch immer bin ich daran mich an Land und Leute zu gewöhnen.

Im Rückblick erscheinen mir meine ersten fünf Monate in der Provinzstadt Concepción als eine Zeit mit wenig Annäherung an die Bevölkerung. Umso mehr habe ich mich in das Erlernen der Sprache vertieft. Von daher war dies keinesfalls verlorene Zeit.

Mein bisheriges fast halbes Jahr in der Hauptstadt Asunción ist hingegen voll von Begegnungen mit Menschen verschiedenster Lebenstile. Einzig mit indigenen Personen habe ich noch nie persönlichen Kontakt gehabt. Dies wird wahrscheinlich vorläufig auch so bleiben. Ausser, ich würde aktiv auf diese Personengruppe zugehen. Aber bei jenen Menschen, wäre ich erst recht der superreiche Europäer, der ich aus Schweizer Sicht sicherlich nicht bin.

Bis Ende dieses Jahres läuft mein Mietvertrag in diesem Gebäude mit über achtzig Wohnungen. Mehr als die Hälfte davon sind nur selten bewohnt. Sie sind von wohlhabenden Menschen aus Argentinien oder Brasilien als Zweit- oder gar Drittwohnungen gekauft worden. Mir solls recht sein, dann sind die Waschküche und der Kraft- und Gymnastikraum nicht so überlaufen. 😉

Was meine Zukunftspläne betrifft, so werde ich wohl zu Beginn des nächsten Jahres in ein eher traditionelles Gebäude umziehen. Ich bin nicht in dieses Land gekommen, um nur „Sun, Fun and nothing to do“ zu erleben. Und, da ich auch schon recht viele Bekanntschaften mit Einheimischen gemacht habe, rechne ich auch mit deren Unterstützung. Jedenfalls ist das im 5. Teil meines Pre-Emigrations-Artikels erwähnte Projekt wieder näher gerückt.

Fortsetzung folgt………..

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Bild: Der ‚Hausdiener‘ namens Jesús

So 19. Mai 2019   A.   21° – 24° – 21°   meist bedeckt, mit sehr schwachem Niederschlag

Den heutigen Tag habe ich der Musik gewidmet. Gemäss meinem Motto: Von Mozart bis Metallica. Mit anderen Worten, habe ich mir heute ‚Die Zauberflöte’ von Wolfgang Amadeus Mozart und das ‚Black Album’ von Metallica reingezogen. Nebst anderer Musik selbstredend.

Das ist für mich der Hauptnutzen von einer Firmenabteilung wie „Youtube“ oder Ähnlichen. Aber vom Hörensagen, soll es dort noch anderes (nicht) zu sehen geben. Für jemanden dem Musikhören zum Leben gehört, tatsächlich eine Fundgrube.

Überhaupt, das ‚Internet’ ist tatsächlich noch sehr interessant für mich, wenn man die 98%plus verkommerzialisierten und mit Werbung vollgestopften Sites auf der Seite lässt. Sobald eine Website versucht mir ein Ding anzudrehen, dass mir sicherlich gefallen soll, dann ist dieses Angebot (meistens) gestorben für mich. Ich habe halt gelernt selbständig zu handeln. Alternativen gibt es immer noch wie Sand am Meer. Mir muss NIEMAND sagen was ich zu tun habe. Weder ein menschliches Wesen und schon gar nicht ein seelenloser Algorithtmus.

Amazon ist ein für mich abschreckendes Beispiel. Zu Beginn, in den 90-er Jahren, als Amazon nur als Online-Buchhandlung bekannt war, habe ich noch einen ziemlich grossen Anteil meiner in der Schweiz nur schwerlich erhältlichen Bücher bei Amazon bestellt. Allermeistens wurden diese auch geliefert. Aber heutzutage wird soviel Ramschware in Ramschqualität angeboten. Da kann ich genausogut auf den örtlichen Basar gehen. 😉

30 Jahre WWW

Bild: 30 Jahre WWW

Sa 18. Mai 2019   A.   21° – 28° – 22°     sonnig, wenige schattenspendende Wolken

Heute bin ich auf einem kurzen Ausflug in die Stadt, an einem seit langem bestehenden, bazarartigen Gebäudekomplex vorbeigekommen. Ein Ort, wo zwar viel Ramsch angeboten wird, aber wenn man genug lange sucht, findet man auch wahre Perlen.

Einige wenige Fotos:

Bazar 2

Bazar 3

Bazar 1

Bilder: Mercado 4 in Asunción

Fr 17. Mai 2019 A. 19° – 27° – 21° mehr Sonne als Wolken

Am letzten Freitag war ich mit ein paar sehr jungen(!) Leuten an einer Konzertnacht von aus Europa stammenden Musikern. Deren Namen spielen nicht so eine grosse Rolle. Die kennt man sowieso kaum in Europa. Deren Fangemeinde bereitet sich vor allem über Südamerika aus.

Selten genug, dass sich einmal internationale „Stars“ in das Kleine und eher als arm bekannte Paraguay verirren. Meist werden nur die grossen und bekannten Städte wie Buenos Aires in Argentinien (ca. 1000 km Luftlinie), Santiago de Chile in Chile (ca. 1500 km LL und da liegt immerhin noch ein ziemlich hohes Gebirge namens Anden dazwischen) oder Rio de Janeiro in Brasilien (ca. 1400 km LL) berücksichtigt. (Liste unvollständig. Es gibt noch einige andere Millionenstädte auf diesem Kontinent.)

Umso dankbarer und frenetischer die Fans. Jedenfalls hat sich dieses Erlebnis gelohnt.

Do 16. Mai 2019   A.   17° – 26° – 20°   meist sonnig

Wieder einmal eine Fabel:

Der Löwe und die Mücke

Eine Mücke forderte mit den übermütigsten Worten einen Löwen zum Zweikampf heraus: „Ich fürchte dich nicht, du großes Ungeheuer“, rief sie ihm zu, „weil du gar keine Vorzüge vor mir hast; oder nenne sie mir, wenn du solche zu haben glaubst; etwa die, dass du deinen Raub mit Krallen zerreissest und mit Zähnen zermalmest? Jedes andere feige Tier, wenn es mit einem Tapfern kämpft, tut dasselbe, es beisst und kratzt. Du sollst aber empfinden, dass ich stärker bin als du!“ Mit diesen Worten flog sie in eines seiner Nasenlöcher und stach ihn so sehr, dass er sich vor Schmerz selbst zerfleischte und sich für überwunden erklärte.

Stolz auf diesen Sieg flog die Mücke davon, um ihn aller Welt auszuposaunen, übersah aber das Gewebe einer Spinne und verfing sich in demselben. Gierig umarmte die Spinne sie und sog ihr das Heldenblut aus. Sterbend empfand die Mücke ihre Nichtigkeit, indem sie, die Besiegerin des Löwen, einem so verächtlichen Tiere, einer Spinne, erliegen musste.

Und die Moral von der Geschicht………………

(Quelle: https://bit.ly/2EduObI )

 

Unabhängigkeitstag und Muttertag   Mi 15. Mai 2019   A.   15° – 24° – 19°   weiterhin eitel Sonnenschein

Drei Papageien

Bild: Drei halbwilde Papageien. Nur einer lässt sich anfassen.

Für einen Auftritt im Zirkus genügt mein Talent noch nicht!

Welches ist der Papagei

Bild: Ich mit Papagei

Nationalfeiertag Di 14. Mai   2019   A.   11° – 21° – 16°   wolkenloser, stahlblauer Himmel, tagsüber sehr intensive Sonneneinstrahlung

Heute und Morgen sind die Nationalfeiertage in Paraguay. Heute der Nationalfeiertag und morgen gleichzeitig Unabhängigkeitstag und Muttertag. Was ist der Unterschied? Nun, die meisterzählte Geschichte geht so, dass am 14. Mai 1811 abends um 22.00 Uhr in Asunción das Unabhängigkeitsdokument von der spanischen Krone unterzeichnet wurde. (Spanien war die Kolonialmacht im grössten Teil Südamerikas vom 16. bis 19. Jahrhundert) Und weil das spätabends war, hat man vor einiger Zeit schlichtweg den 14. und 15. Mai zu Feiertagen erklärt.

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Momentan herrscht hier eine ziemlich aussergewöhnliche ‚Kältewelle‚. Vor allem des Nachts, wo die Temperaturen auf bis zu zehn Grad absinken. Hauptbetroffen sind einmal mehr die schon von den Überschwemmungen und den Hochwassern der letzten Wochen und Monate meist betroffenen, vorwiegend indigenen und sonstigen besitzlosen Bevölkerungsschichten.

Viele von ihnen mussten ihre angestammten Behausungen entlang der Flüsse verlassen, um in höher gelegenen Unterkünften ihr Dasein zu fristen. Diese zur Verfügung gestellten Notunterkünfte sind meist nichts anderes als ‚bessere’ Bretterverschläge. Und wenn man weiss, dass meist mehrere Generationen umfassende Grossfamilien betroffen sind, mit nur sehr wenig wärmender Kleidung und keinen geschlossenen Schuhen – höchstens Flipflops – , dann kann man sich vorstellen, dass vor allem die Kinder häufig krank werden. Und dies, bei nur sehr ungenügender medizinischer und anderer Betreuung. (Der Staat interessiert sich schlichtweg nicht für die ‚Ärmsten‘. Dabei ist wichtig zu wissen, dass arm sein nicht unbedingt bedeutet unglücklich zu sein.)

Land unter in Asunción

Bild: So sieht es derzeit in vielen Straßen der Hauptstadt Paraguays aus