Karfreitag 19. April 2019   A.   22° – 33° – 27°   wenige Schleierwolken

Das Jahr Zweitausendundeins (2001) war irgendwie ein Zwischenjahr. Vom April bis Dezember habe ich einem kleinen Thurgauer Dorf namens Thundorf gewohnt. (Kleine Zwischenbemerkung: Das Auto, dass ich in jener Zeit während etwa sieben Jahren fuhr – ein Toyota Starlet mit am Schluss 270’000 km – hatte während den Jahren wo es in meinem Besitz war, Nummernschilder aus vier verschiedenen Kantonen (AG, AR, TG + ZH)).

Anyway, in jenem Jahr 2001 war ich bei einer Gleisbaufirma in Frauenfeld angestellt. Meine Berufsbezeichnung hiess „Sicherheitswärter auf Eisenbahnbaustellen“. Das sind diejenigen, die einen weissen Helm tragen und nicht bei den Gleisbau-Unterhaltarbeiten mittun dürfen, sondern „nur“ die Arbeiter auf den Arbeitsstellen vor den herannahenden Zügen warnen müssen.

Wobei festzustellen ist, dass die Anforderungen auf den Baustellen sehr, sehr unterschiedlich sind. Es macht schon einen riesigen Unterschied, ob man bei schlechter Sicht auf dem Gleisfeld vor dem Zürcher Hauptbahnhof mit den Dutzenden von Weichen für die Gesundheit der mit Maschinen arbeitenden Rotte zuständig ist, oder ob man zum Beispiel auf einer einspurigen Linie im Zürcher Tösstal bei schönstem Sonnenschein mit nur einem stündlichen Zug pro Richtung einer, an einer Barriere arbeitenden Gruppe zuschauen muss. (Wie gesagt: Mithelfen verboten!!)

In den knapp neun Monaten, in denen ich für diese Firma gearbeitet habe, absolvierte ich 40’000 Kilometer mit meinem Privatauto um an die diversen Einsatzorte zu gelangen. Fast in der ganzen Deutschschweiz war ich im Einsatz. Einmal sogar in der Leventina! Vom St.Galler Rheintal bis ins Fricktal habe ich viele Kilometer Gleis gesehen. Wobei die Nachteinsätze ziemlich häufig waren.

Ein wahrer Verschleissjob. Deshalb waren unter meinen Arbeitskollegen auch fast keine Schweizer zu finden. (Ausser die Chefs natürlich!) Die Mehrheit kam aus dem Gebiet der ehemaligen DDR. Drei bis vier Wochen aneinander Arbeiten und dann für ein langes Wochendende ’nach Hause‘. Was für ein Leben!

sicherheitswärter

Symbolbild eines Sicherheitswärters

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