Di 28. Mai 2019   A.   20° – 22° – 20°   frümorgendliche Gewitter, nachher meist bedeckt

Am heutigen Tag hatte ich endlich die Gelegenheit, den von meiner Wohnung aus zu sehenden Friedhof zu besuchen. Zum Glück in Begleitung einer einheimischen Person. Diese (Person) konnte mich dann auch ein wenig mehr über die hiesigen Sitten aufklären.

Ostfriedhof Asunción

Bild (heimi): Im alten Teil des Ostfriedhofes von Asunción

Wie man auf der Fotografie sehen kann, sind die „Gräber“ kleine Häuschen mit abschliessbaren Türen. Bei der „Beerdigung“ werden die Verstorbenen nicht der Erde übergeben, sondern im Sarg in das Haus gelegt. Jetzt kann ich auch verstehen, dass in den letzten Ruhestätten der wohlhabenden Familien sogar Klimaanlagen installiert werden. Bei meinem Besuch war es bedeckt und eher frisch (es ist jetzt Spätherbst), aber ich könnte mir vorstellen, dass bei sonnigem und heissem Wetter durchaus Gerüche wahrzunehmen sind.

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Bild (heimi): Sarg in einem Häuschen mit zerschlagener Front.

Meine Führerin hat mir erzählt, dass sich ihr Vater ein kleines Grundtück auf einem Privatfriedhof gekauft hat, wo er sich jetzt ein ‚Häuschen’ für das nach-irdische Leben bauen lässt. Der Hintergrund: Der Mann erhielt vor ein paar Wochen den Bescheid, dass er an einem unheilbaren Krebsleiden erkrankt ist. Seine Lebenserwartung wird auf noch sechs Monate bis maximal drei bis fünf Jahre geschätzt. (Der Mann ist übrigens erst fünfundvierzig Jahre alt).

Da diese Grabstätten meist Familiengräber sind und daher generell für die ‚Ewigkeit’ gebaut werden, wird langsam der Platz knapp. Urnenbegräbnisse sind hierzulande praktisch unbekannt.

Interessant auch, wenn man den Friedhof durch den Haupteingang betritt. Man läuft an vielen Verkaufsständen vorbei, die künstliche Blumen, Lebensmittel und andere als ‚Geschenk’ an die Verstorbenen bestimmte Produkte feilbieten. Übrigens, wie fast überall hierzulande, hat es auch hier immer viele Leute die unter den Bäumen sitzen und Mate-Tee (heiss) oder Tereré-Tee (kalt) trinken. Es wohnen auch Menschen hier. Diese hausen und nächtigen in leeren Grabstätten.

 

 

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