Mo 11. Februar 2019   A.    26° – 39° – 33°   überwiegend schön

Morgen werde ich versuchen Röschti mit den erhältlichen Kartoffeln zu machen. Eigentlich sollte nicht viel schief gehen. Wenns klappt, werde ich mir eine grössere Bratpfanne zulegen müssen. Dann freue ich mich doch auf meine erste Puureröschti. Früchte und Gemüse gibt es in riesiger Auswahl. Da wäre es richtig schade, wenn man man nicht selber kochen würde.

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So 10. Februar 2019   A.    24° – 32° – 30°   nächtliche, leichte Schauer, tagsüber wechselnd bewölkt

Wenn Emojis, Hi’s oder Wgts wichtiger sind als Worte oder gar ganze Sätze.

Da muss ich ein wenig vorgreifen. Fast komme ich mir wie ein Pionier vor. In der Weihnachtszeit des Jahres 2001 stand ich kurz davor, meine zehnjähriges Gastspiel bei der Forchbahn zu beginnen.(Ab 1.1.2002) Bereits Mitte Dezember 2001 habe ich meine sehr günstige 3-Zimmerwohnung bezogen.

Zwei Wochen Ferien…. Der für eine Beziehung offene, alleinstehende Mann ‚surft’ auf Flirting-Sites. Damals noch gänzlich ohne Emojis & Co., Links- oder Rechts-Wisch. (Wie absurd. Nur schon der Gedanke!)

Zu meiner Rechtfertigung habe ich meist gesagt, dass ich vorwiegend internationale und/oder englisch annoncierte Inserate kontaktierte. Um meine Fremdsprachenkenntnisse zu verbessern. Über solch eine Plattform habe ich dazumal meine Noch-Ehefrau kennengelernt. Eigentlich funktionierte das wie früher das Briefeschreiben, (Stil, Grammatik und so…) mit dem Unterschied, dass man innerhalb von Minuten oder Stunden eine Antwort erwarten konnte.

Wir stehen kurz vor unserem sechzehnten Hochzeitstag. Im Bewusstsein, dass dies unser letzter oder vorletzter sein wird. (Meine Frau wohnt in der Schweiz)

Um auf den einleitenden Satz zu kommen. In Paraguay ist WhatsApp die mit Abstand beliebteste ‚Kommunikations‘-Plattform. Alle sind am laufenden Band am ‚messengen’. Sei es mit der Familie, FreundInnen, NachbarInnen, BekanntInnen,  GeschäftskontaktInnen oder auch solchen die nicht für ‚fremde’ Augen bestimmt sind. Alles bunt gemischt. Privates und Geschäftliches auf einem Gerät. Da wir getippt und ge-emojit, dass mir schier schwindlig wird. Kein Wunder, dass da auch einmal der falsche Adressat bedacht wird! Von Datenschutz und Privatsphäre ganz zu schweigen.

P.S.: Heute wurde es ‚nur’ knapp 32° warm. Ich habe schon fast gefroren! 😉

Sa 9. Februar 2019   A.    26° – 39° – 34°   vormittags schön, nachmittags mehr Wolken, leicht gewitterhaft aber trocken

Ohne näher auf Details eingehen zu wollen, bin ich zur Erkenntnis gekommen, dass die kulturelle Differenz zwischen der Provinzstadt Concepción und der Haupstadt Asunción grösser ist (Distanz Luftlinie ca. 200 km, Strasse 400 – 500 km), als die Differenz zwischen der Stadt Asunción und den Ländern des Nordens. USA/Kanada sowie Europa.

Harmloses Beispiel: Ich laufe durch eine dieser so ‚angesagten’ Shopping Malls. Es sieht für mich aus, wie in jedem x-beliebigen Shopping Center auf dieser Erde. Mit dem Unterschied, dass die Preise sehr, sehr hoch und die Läden sehr, sehr leer von Kundschaft sind. Kein Wunder, wer will sich schon eine neue, durchlöcherte Marken-Jeans leisten, die fast soviel kostet wie der landesübliche monatliche Mindestlohn. Die Malls sind vollklimatisiert, deshalb sind die Gänge, Cafés und Restaurants auch immer voller Leute.

Natürlich ist mir als Ausländer nicht entgangen, dass vor allem junge Frauen auf solchen – für mich – Schnickschnack stehen und fast alles versuchen um einen zu einem solchen Geschenk zu überreden. Lo siento chicas, nicht mit mir. Als Sugar-Daddy eigne ich mich nicht! Obwohl das hier weit verbreitet ist.

Ich lasse mich nicht korrumpieren!

Fr 8. Februar 2019   A.    24° – 41° – 35°   praktisch wolkenlos

Den innerstädtischen ÖV habe ich definitiv noch nicht gecheckt. Dafür werde ich mir einmal zwei, drei Tage Zeit nehmen müssen, um die für mich wichtigsten Strecken abzufahren. Denn wie gesagt, es bestehen keine Linien- oder Fahrpläne. (Weder gedruckt noch irgendwo online.)

In einem Erfahrungsbericht werde ich dann berichten. Im Moment benutze ich für längere Wege die überall verfügbaren Taxis. Die sind zwar einiges teurer als die Busse, aber immer noch spotbillig im Vergleich zur Schweiz. Uber und Co. gibt es zwar auch, aber die Verfügbarkeit lässt zu wünschen übrig und günstiger und/oder komfortabler sind sie auch nicht wirklich.

Do 7. Februar 2019   A.   25° – 37° – 33°  sonnig, windstill, dunstig

Nun bin ich schon bald sieben Monate in diesem Land und wenn ich die Flora und Fauna in „Kategorien“ einteilen müsste, würde ich dazu neigen, dass der ‚homo sapiens‘ trotz des theoretisch enormen Wissens das dümmste Lebewesen auf diesem Planeten ist. Unabhängig davon, ob dieser Mensch aus einem sogenannt ‚hochentwickeltem Land’ , oder einem – noch degradierender wirkendem Ausdruck – ‚Entwicklungsland’ stammt.

Ganz einfache Annahme: Es ist ja bekannt, das Wasser immer in Richtung der grössten Neigung fliesst. (An Alle die es besser wissen, das ist ein simples Darstellungsbeispiel) Der Regen oder das Schmelzwasser -> Fluss -> Meer -> Verdunstung -> Regen,Schnee -> Fluss -> Meer -> Verdunstung undsoweiter. So funktioniert alles, dass macht, wass es macht, weil es nichts anderes weiss, bzw. es halt seine physikalische und/oder biologische Aufgabe ist. Anwendbar auf eigentlich fast alles, was auf diesem Planeten keucht und fleucht. Unabhängig davon ob lebendig oder scheinbar tot. Alles ist Materie und nur eine Frage des Zeitraumes den man abdecken will.

Beim denkfähigen Menschen nun, könnte man meinen, dass er eigentlich merken sollte, dass das mit dem Strom fliessen mit der Zeit keine neuen positiven Impulse hervorbringt.

Nein, ich kritisiere nicht den einzelnen Menschen für sein persönliches Handeln. Die Menscheit als gesamtes steuert meines Erachtens unvermeidlich auf einen wirtschaftlichen, ökologischen oder sonst einen finalen Kollaps zu. Ob das unmittelbar bevorsteht oder erst in einigen Generationen soweit ist, muss offengelassen werden. Keine, schon gar nicht eine künstliche Intelligenz kann das verhindern, allerhöchstens zeitlich etwas hinaussschieben. Aber ich glaube, dass schlussendlich die menschliche Dummheit obsiegen wird.

Wie so oft bin ich weit abgeschweift, von dem was ich schreiben wollte.

Morgen ist schon wieder ein neuer Tag.

Mi 6. Februar 2019   A.    22° – 35° – 29°   angenehmes, schönes Wetter

Die letzten zweieinhalb Jahre vor meiner Auswanderung habe ich bei der selben Firma, mit der selben Tätigkeit beendet, wo ich im April 1982 meine ‚Lehre‘ als ‚uniformierter Briefträger’ begonnen hatte, nur halt ohne Uniform 😉

Ich will mich nicht zu sehr beklagen, aber nur schon die diversen Änderungen im Firmennamen, von der PTT (Post, Telephon, Telegraph) zu der ‚die Post’ hinterliessen deutliche Spuren. Während im Jahre 1982 die PTT als Gesamtdienstleister und Dienstleistungsbetrieb (wenn auch Monopolisten) wahrgenommen wurde, so ist die selbe Firma heute in so viele verschiedene Teilfirmen aufgesplittet worden, das sie sich teilweise gegenseitig kannibalisieren. Selbst in der eigenen Firma, darf die eine Abteilung nicht oder fast nicht mehr mit einer anderen zusammenarbeiten.

Aber der eigentliche Grund, warum ich neunzehnhundertzweiundachtzig nach nur neun obligatorischen Schuljahren diese dazumal dreizehnmonatige ‚Lehre’ absolvierte war ein ganz simpler. Ich wollte möglichst schnell mein eigenes Geld verdienen. Mit neunzehn Jahren hatte ich bereits soviel Geld auf meinem Konto der Personalsparkasse, dass mir die Streichung des Vorzugszinses angedroht wurde.

Kurzerhand hob ich einen Teil meines ersparten Geldes ab (ca. 14’000.-) fuhr mit dem Velo zum nächsten Garagisten, zeigte auf ein Auto und sagte: „Dieses Auto dort kaufe ich.“

Die Autoprüfung hatte mir der Arbeitgeber PTT im Jahre zuvor wie selbstversändlich bezahlt. Inklusive den ungefähr fünfunddreissig Fahrstunden und dem Theoriunterricht. ‚Die‘ konnten es kaum erwarten, dass ich den Führerausweis nach Hause bringe . Die erste Fahrstunde absolvierte ich an meinem achtzehnten Geburtstag.

In den Jahren danach habe ich ein paar längere Reisen unternommen. Um mein „riesiges“ Vermögen abzubauen. Dass nachher einige lange, monetär eher karge Jahre folgten, hat mich in den Achtzigern noch nicht interessiert.

Di 5. Februar 2019   A.    21° – 34° – 28°   vorwiegend sonnig

Am heutigen Dienstag wäre der siebenundfünzigste Geburtstag meines älteren Bruders Adrian.

Die vier Jahre Altersunterschied habe ich vor allem einmal verspürt und zwar im Jahr 1978 als A. die Bezirksschule vor den Frühlingsferien, nach vier Jahren beendet hatte. Ich hingegen trat nach diesen Ferien in die Bez ein, um nach den Herbsferien wegen ungenügender Leistungen in Fremdsprachen und Grammatik in die Sekundarschule ‚relegiert’ zu werden. Ich könnte mir vorstellen, dass das anders gekommen sein könnte, wären A. und ich gleichzeitig in die selbe Schule gegangen.

Aber nachträglich betrachtet hat mir diese Deklassierung in meinem Leben sicherlich nicht geschadet. Zu den Sprachen gehört halt auch die Grammatik. Ich habe mich damit abgefunden.