Fr 11. Januar 2019    A.   26° – 32° – 27°   der blaue Himmel hat die Oberhand behalten

Heute und morgen sind bei mir die Handwerker im Haus weil,…..

Des hiesigen Bauhandwerkers wichtigstes Werkzeug scheint die Wasserwaage zu sein, denn nur was waagrecht (oder senkrecht)  gebaut wird, ist auch gut! Aber ich als nicht Handwerker frage mich dann halt doch, was der Vorteil eines waagrechten Fenstersimses oder des Bodens in der Dusche sein soll. Überall wo Wasser im Spiel ist, sollte das doch berücksichtigt werden. Oder täusche ich mich da?

OK, im (Hoch-)haus wo ich jetzt wohne, hat es keine Fenstersimse, aber die Dusche hat einen perfekt waagrechten Boden. Und wohin fliesst das Wasser schon wieder, wenn es nicht fliessen kann? (Und der Ablauf sogar noch leicht erhöht ist.)

Aber das sind Sachen, die mich nicht sehr aufregen können. Ich kann die Menschen ja auch ein wenig verstehen.

Motivation? Hier ist Handwerk zum grössten Teil noch wirkliche Handarbeit. Maschinen kommen nur wenig zum Einsatz. Zum Beispiel wird unweit von hier ein siebenstöckiges Haus gebaut. Ohne Kran. Alles wird die Treppe hochgetragen oder per Flaschenzug in die Höhe spediert. Arbeitszeiten und Entlöhnung habe ich schon erwähnt. Von den nicht gerade zu Höchstleitungen antreibenden Temperaturen noch gar nicht gesprochen.

Do. 10. Januar 2019   A.    27° – 34° – 28°   sonniger Gesamteindruck, vorüberziehende Wolkenfelder

Das für mich lange aufbleiben hat sich gelohnt. Die Musik des Filmes liess definitiv keine Müdigkeit aufkommen, obwohl der Film erst gegen ein Uhr morgens endete. Übrigens war der Saal ausverkauft. (Cirka 150 Leute)

Mi 9. Januar 2019   A.   26° – 35° – 30°   heute wieder einmal ein ziemlich sonniger und warmer Tag

Wenn ich schon wieder einmal in einer Grossstadt bin, so gönne ich mir das erste Mal seit ich in diesem Land bin, wieder einmal einen Kinobesuch. Meine Wahl ist auf „Bohemian Rhapsody“ gefallen. Einerseits weil ich ziemlicher Fan von Freddie Mercury und der Musik von Queen bin, andererseits nimmt es mich Wunder, wieviel ich von der spanischsprachigen Synchronfassung verstehen werde. Leider läuft der Film nur in der Spätvorstellung abends um halb elf. (Kommerziell vermutlich zu wenig interessant!)

Damit ist auch ein Grund erwähnt, dass ich aus der Provinz in die Haupstadt gezügelt bin. Das ‚kulturelle’ Leben habe ich halt schon vermisst. Zum Beispiel liebe ich es stundenlang in Buchhandlungen zu stöbern. In Concepción habe ich nirgends Bücher gesehen. „Nur“ Schul- und Malbücher für jegliches Lernalter. (Eigentlich ein interessante Vorstellung: ‚Ich male mir meine eigene Relativitätstheorie in pink und hellblau!’)

An den Menschen mit denen ich zu tun gehabt habe, liegt es sicherlich nicht. Die Gast- und Hilfsbereitschaft ist wie in vielen nicht so ‚hoch entwickelten’ Weltgegenden überwältigend.

Nun, ich bin auch nicht mehr der Jüngste 😉 und einen gewissen, nicht allzu hohen Anspruch an den Komfort habe ich. Wenn es auch nur ein trockenes(!!!) Dach über dem Kopf, ein funktionierendes WC und die Möglichkeit zu einer warmen Dusche sei.

Zu meiner jetzigen Wohnsituation werde ich sicherlich bald einiges berichten zu können. Nur soviel: „Mein“ Haus besitzt eine eigene Präsenz in den „Social Medias“ (inkl. Facebook, Instagram, Twitter, eine eigene Website usw…..) Die „Gentrifizierung“ lässt grüssen. Nun bin ich hier auch ein Teil davon, wenn auch nur als ‚Passivmitglied‘ auf Zeit.

Symbolbild aus der Nachbarschaft, das sind nicht meine Häuser

Kürzlich habe ich den „Hausportier“ oder wie dessen Bezeichnung auch immer lautet, nach seinen Arbeitszeiten und dem Verdienst gefragt. Arbeitszeit: Zwölfstündige Schichten an sechs Tagen pro Woche (= 72 Stunden!). Verdienst: der Mindestlohn (Derzeit weniger als 400 Franken pro Monat! Er hat eine sechsköpfige Familie zu unterhalten…..!)

Mo 7. Januar 2019 A. 26° – 29° – 25° schon wieder ein regnerischer Vormittag, nachher langsame Wolkenauflösung, abends dann schon wieder regnerisch

Einiges hat sich getan, in den letzten Tagen und Wochen. Bin gerade noch am ‚Pendenzen’ abtragen, bevor ich mich wieder dem Schreiben widmen kann. Aufmerksame Leser u/o Leserinnen werden bemerkt haben, dass ich jetzt in der Hauptstadt Asunción lebe. Fast schon ein kleiner Quantensprung.