Mi 5. Juni 2019   A.   15° – 24° – 17°   sonnig

Am Nachmittag haben wir einen kurzen Ausflug zum Cerro Lambaré gemacht, einem knapp 100 Meter hohen über die Landschaft ragenden Aussichtshügel im Süden der Stadt am Río Paraguay gelegen.

Sonnenuntergang in Asunción am Río Paraguay

Bild (heimi): Sonnenuntergang am Hochwasser führenden Río Paraguay

Überschwemmungen am Río Paraguay

Bild (heimi): Überschwemmte Indigenen-Siedlung am Flussufer. In der Bildmitte eine riesige Mülldeponie

Di 4. Juni 2019   A.   11° – 21° – 15°   kalter Morgen, nach Sonnenaufgang hochnebelartige Bewölkung, dann nach kurzer Zeit sonnig

Ein seltenes Ereignis heute Morgen. Der Flughafen war während fast einer Stunde geschlossen, wegen dichten Bodennebels. Davon betroffen war auch der einzige tägliche Direktflug aus Europa. Beim ersten Landeanflug musste das Flugzeug durchstarten. Nachher musste es cirka eine halbe Stunde lang Warteschlaufen fliegen. Beim zweiten Landeversuch war dann der Spuk mit dem Nebel schon wieder passé.

Nebel

Symbolbild: Dichter Nebel

 

Mo 3. Juni 2019   A.   13° – 22° – 15°   überwiegend sonnig, aber kühl

Jetzt sind es schon mehr als zwei Jahre her, seit ich das erste Mal in Paraguay war. Im Mai 2017 bin ich ohne konkrete Pläne in dieses Land gereist. Dabei habe ich mehr Gegenden gesehen, als die meisten Einheimischen jemals sehen werden. In einer Woche, habe ich mehr als zweitausend Kilometer mit dem gemieteten Auto zurückgelegt. (Asunción – Villarrica (3x) Pedro Juan Caballero (2x) – (Concepción) – Filadelfia (1x) – Benjamin Aceval (1x) – Asunción) Fettgedruckt, die Orte meiner Nächtigungen.

mde

Foto (heimi): In der Gartenbeiz des Hotels in Filadelfia (Chaco de Paraguay)

Es war fast Liebe auf den ersten Blick. Trotz der ziemlich grossen unterschiedlichen kulturellen und klimatischen Bedingungen. Danach bin ich noch zweimal nach PY (10-11/2017 + 04/2018) gereist, um mir sicher zu sein. Ich freue mich auf meinen zweiwöchigen Aufenthalt in der Schweiz. Aber meine Zukunft wird hier in Paraguay sein.

 

So 2. Juni 2019   A.   15° – 21° – 17°   je länger der Tag, je weniger Wolken

Der ‚offizielle’ Muttertag ist zwar schon vorbei, aber eigentlich ist jeder Tag ein Muttertag! Einen herzlichen Dank, an alle Mütter! 😘💪😘

Muttertag
Bild (heimi): Collage einer ‚Primarschulklasse‘ zum Muttertag UTCD

Sa 1. Juni 2019   A.   16° – 20° – 16°    Immer wieder fand die Sonne eine Lücke in der meistens ziemlich dichten, aber nur dünnen Wolkendecke

„Kommst du auch sicherlich zurück aus der Schweiz?“ Diese Frage wurde mir schon ein paar Mal gestellt in letzter Zeit.

Darauf gibt es für mich nur ein klares: „Ja, natürlich!“

In die Schweiz zurückzukehren, ist für mich aus verschiedenen Gründen keine Option mehr. Einer der Wichtigsten ist natürlich, dass es mir hier sehr gut gefällt, wenn auch noch nicht alles alltäglich geworden ist. Fast jeden Tag muss ich wieder von neuem feststellen, wie verschieden die Lebensweisen sein können.

Will ich jemanden aus der Schweiz überreden, auch nach Paraguay auszuwandern? Nein, natürlich nicht. Die Art und Weise zu Leben unterscheidet sich doch in Vielem. Ich denke, der ‚Kulturschock’ für die meisten wäre zu gross. Wobei hierbei zu sagen ist, dass ich momentan versuche, ‚the best of both worlds‘ in meinen Alltag zu implementieren. Allerdings möchte ich mittelfristig so ähnlich leben, wie die Mehrheit der Menschen hier auch lebt.

Will heissen, dass ich nach dem Auslaufen meines jetzigen, einjährigen Mietvertrages, mir ein Haus oder Häuschen mieten oder eventuell kaufen will. Mit den ‚connections‘ von einheimischen Leuten, die ich bereits kennengelernt habe, sollte auch ein ‚einheimischer’ Preis dabei herausschauen.

btr

Bild (heimi): Edificio Ancora. Mein Wohnort im Jahre 2019

Do 31. Mai 2019 A. 17° – 19° – 17° sehr viele Wolken, wenige Sonnenstrahlen

Betrachtungen über das Bildungswesen und die Amigo-Gesellschaft Paraguays:

Meine Eindrücke vom Schulbesuch:

Viele Kinder, dafür ist der Schulbesuch auch gratis. Das wird auch von den meisten genutzt. Es sind aber auch nur drei bis vier Stunden Unterricht am Tag pro Schüler. Es gibt so viele Kinder, das an allen öffentlichen Schulen vormittags die eine Hälfte zur Schule geht, am Nachmittag die andere Hälfte. Die Analphabetenrate im Lande liegt aktuell bei etwa 5%. Grossmehrheitlich in den ländlichen Gebieten.

Allerdings deucht mich auch das Allgemeinwissen ziemlich bescheiden. Wenn zum Beispiel bei einem Vortrag im fünfzehnten Schuljahr, die Vortragende nicht einmal in einfachen Worten beschreiben kann, wie die Verdauung funktioniert. Von der Flüssigkeits- und Nahrungsaufnahme bis zu Ausscheidung dieser ‚Abfälle‘. Von Geschichte, Geographie und dem Rest der Welt ganz zu schweigen.

Es ist halt hier noch schwieriger Traditionen zu überwinden. Die Familie ist einfach zu wichtig. Bis über den Tod hinaus. Aber was soll man auch erwarten, in einem Land, wo der Zugang zu sozialem Aufstieg praktisch unmöglich ist.

Das Verständnis von denen ‚da oben’ für die Alltagssorgen der überwiegenden Mehrheit der Bevölkerung ist schlichtweg nicht vorhanden.

Kürzlich las ich einen Zeitungsartikel über die Regierung der zweitgrössten Stadt Paraguays (Ciudad del Este = Oststadt). Dort hat man ‚zufälligerweise’ entdeckt, dass die Bürgermeisterin sechshundert neue Arbeitsverträge in der Verwaltung mitunterzeichnet hat. Bezahlte Stellen, die in Realität gar nicht existieren. Amigo-Wirtschaft nennt sich das. Wahrscheinlich Familienangehörige und/oder Freunde und Freundesfreunde.

Schnell ist man hier Amigo von irgendjemandem, der einem bei irgendetwas behilflich sein könnte. Hauptsache es springt Bares dabei heraus. Kürzlich hat mir der am Flughafenzoll arbeitende Freund eines ‚Freundes’ angeboten, wenn ich bei der Einreise einen Koffer voll von irgendetwas nicht Zollfreiem (Bargeld, Drogen………….) in das Land einführen wolle, soll ich ihn einfach anrufen, ich würde dann einfach durchgewunken. Das hat selbstverständlich nichts mit Korruption zu tun, dies ist hier der normale Alltag.

Das könnte noch schwierig werden für mich, der noch immer von sich behauptet nicht korrumpierbar zu sein. Ich bin einfach zu ehrlich (gutmütig) und besitze zu wenig Geschäftssinn.

Noch was fürs Gemüt:

Lapacho

Bild (heimi): Der erst blühende Lapacho-Baum im Ostfriedhof am 31. Mai

Morgen ist offiziell der Winteranfang. Das heisst auch, das hier, wenn die Temperaturen nicht so hoch sind, die Blütezeit beginnt. Praktisch alle natürlich vorkommenden Pflanzen sind das ganze Jahr über im Saft.

Heute habe ich den ersten blühenden Lapacho-Baum gesehen (siehe Foto)

Geschätzt jeder zweite oder dritte Baum ist solch ein Lapacho-Baum. Bald wird sich die Baumlandschaft in ein rosarotes Blütenmeer verwandeln.