Mo 4. Februar 2019   A.   22° – 32° – 27° ziemlich sonnig

Ein kurzer kopierter Text, zum Thema ‚En Guete’:

Papst Franziskus besucht Paraguay! Papa Francisco hat [] als letzte Station seiner Südamerikareise Paraguay erreicht. Der Papst wurde auf dem Flughafen Pettirossi, der Hauptstadt Asuncion von Staatschef Horacio Cartes empfangen.

Bei der Willkommenzeremonie wurde ein Video des Paraguay-Besuchs von Papst Johannes Paul II. im Jahr 1988 gezeigt. Anschließend sang ein Kinderchor für den Papst auf Guarani und Ache, den beiden verbreitetsten indigenen Sprachen im Land.

Trotz leichten Regens fuhr Papa Francisco die 14 Kilometer zum Regierungssitz der Hauptstadt im offenen Papamobil. Auf dem Weg machte er einen Zwischenstopp vor dem Frauengefängnis Casa del Buen Pastor. Hier sang ein Häftlingschor für den Papst.

Heute feiert Franziskus eine große Messe am paraguayischen Marienheiligtum von Caacupe. Dazu werden wie schon in Bolivien auch viele Katholiken aus Argentinien, dem benachbarten Heimatland des Papstes, erwartet.

Am Sonntag endet die erste große Südamerikareise des Oberhauptes der katholischen Kirche mit einer Messe in der Hauptstadt Asuncion. Als wichtigstes Signal wurde die Entschuldigung an die indigenen Völker Lateinamerikas für Verbrechen im Namen der katholischen Kirche während der Kolonialzeit gewertet. Am Montag wird Papa Francisco in Rom zurück erwartet.

Nachdem wir in den letzten beiden Artikeln zur Reise über die Höhen der Anden und die Wirkung von Kokablättern geschrieben haben, heute nun zwei leicht verdauliche Tipps aus der Lateinamerikanischen Küche.

Wir wissen nicht ob der Papst auf seiner Reise davon gegessen hat, aus seiner Zeit als Geistlicher in Lateinamerika kennt er diese Gerichte aber ganz sicher.

In vielen Teilen der Welt der Stolz jedes Zoologischen Gartens, in einigen Regionen Lateinamerikas der Stolz der Gastronomen auf ihrer Speisekarte.

Armadillo wurschtblatt.de

Armadillo – Gürteltier

In Europa ein guter Freund vieler Kinder im Kinderzimmer, in Lateinamerika ein guter Freund vieler Kinder auf dem Speiseplan.

Cuy – Meerschwein

Cuy wurschtblatt.de


Sa 2. Februar 2019   A.    27° – 34° – 29°   Gewitter im Umland, viele Wolken, weniger ‚warm’

Die Tage werden kürzer. Sonnenschein nur noch von 06:30 – 19:30. Trotzdem sind die Temperaturen immer noch sehr angenehm, vor allem um abends nach Sonnenuntergang draussen zu sitzen und zu palavern.

Palavern ist der richtige Ausdruck. Auch aus dieser Sicht, hat sich mein Umzug aus der Provinz in die Hauptstadt gelohnt. In Concepción, wo ich meine ersten fast sechs Monate verbrachte, ist das in Kontakt kommen mit Menschen recht schwierig. Die meisten Menschen sind mit sich selbst genug beschäftigt, haben nur wenig Geduld mit Nicht-Landessprachlern (geschweige den Guaraní) und haben auch sonst  nur ein eher geringes Wissen von der „Aussenwelt“.

Wohingegen hier in der Hauptstadt Asunción sind die Leute ganz allgemein viel Kontaktfreudiger und Weltoffener. Ausserdem werden hier auch Fremdsprachen gesprochen und dass Menschen mit Fremdsprachenkenntnissen nun halt einmal toleranter und/oder verständnisvoller sind, im Umgang mit Menschen die die Landessprache noch nicht so beherrschen, ist einfach so. Alle Anfang ist schliesslich schwer.

Gestern Abend zum Beispiel, hat mich der Freund der Schwester einer Bekannten plötzlich auf Deutsch angesprochen. Auf meine entsprechende Frage, warum er so gut Deutsch spricht, kam die nicht allzu überaschende Antwort, dass seine Grosseltern Mitte des letzten Jahrhunderts (kurz nach Ende des Zweiten Weltkriges) aus Berlin nach Paraguay ausgewandert seien.

Das erklärt auch, warum Deutsch die am zweitmeist gesprochene Fremdsprache in Paraguay ist. Nach Portugiesisch, wegen dem ziemlich nahegelegen grossen Nachbarland Brasilien. Englisch verbreitet sich erst langsam, mit dem wirtschaftlichen Boom.

Fr 1. Februar 2019   A.    28° – 40° – 36°    noch ein Tag mit purem Sonnenschein

Dein Auto japanisch, dein Wodka russisch, deine Pizza italienisch, dein Döner türkisch, deine Demokratie griechisch, dein Kaffee brasilianisch, deine Filme amerikanisch, dein Handy chinesisch, dein Whiskey aus Schottland, deinen Urlaub verbringst Du in Spanien, Kroatien, Albanien oder Frankreich, deine Zahlen sind arabisch, deine Schrift lateinisch, deine Bibel ist im Original auf Hebräisch geschrieben … und du sagst immer noch: Ausländer raus?

Do 31. Januar 2019   A.   27° – 40° – 35°    ein weiterer sonniger Tag

Erst  vor kurzem habe ich geschrieben, dass es in dichter besiedeltem Gebiet keine richtige Armut gibt. Das stimmt zwar, aber es gibt ja auch noch die eher abgelegen, von Indigenen bevölkerten Siedlungen.

Und in einer solchen, – so lese ich gerade – ist zu Beginn dieser Woche eine ältere Frau (fast gleiches Alter wie ich!) verhungert und verdurstet. Einzig und allein aus dem Grund, dass trotz der vielen Angehörigen, schlichtweg kein Geld vorhanden war um ein weiteres ‚Maul’ zu füttern. Und das „Spital“ in dem diese Frau starb, hat sich geweigert der Frau zu helfen. Mangels finanziellen Sicherheiten. (Umgerechnet wären ein paar Franken nötig gewesen.)

Soviel zum Thema empathische Politiker und ihre Taten für die eigene Landesbevölkerung. Die Politik weiss um diese Zustände. Es gibt ein eigenes Ministerium für die indigene Bevölkerung. Sich die eigenen Taschen mit Geld und was weiss ich vollstopfen. Da bleibt natürlich nichts für die ‚normale’ Bevölkerung übrig. Geschweige denn, für die indigenen Menschen. Man könnte sich ja die Schuhe und Kleider schmutzig machen. Oder gar noch schlimmer, die Hände.

Nebenbei: Wirtschaftswachstum Paraguay 2018 >4,5% (zwischen 1990 und 2018 jeweils bis zu 15% jährliches Wachstum) (BIP 2018 fast 30 Milliarden US$, 2005: ca. 10 Milliarden US$) Trotz dieser monetären Kennzahlen hinkt die Infrastruktur dem Wirtschaftswachstum weit hinterher. Kein Wunder; Paraguay belegt einen der hinteren Plätze im Korruptionsranking.

‚Gutmensch’, ach was für ein Schimpfwort! (Was ist schon wieder das Gegenteil von einem ‚Gutmenschen’?)

Mi 30. Januar 2019   A.    26° – 38° – 33°   fast keine Wolken am Himmel

So langsam finde ich auch heraus, wo sich die Einkaufsgelegenheiten befinden. Die grösseren Läden fallen auf und man bekommt dort auch fast alles (z.B. Toblerone-Schokolade ja, Feuerzeuge nein. Das hat eine Weile gedauert, bis ich eines an einem Ort kaufen konnte). Kioske im eigentlichen Sinne gibt es nicht, aber dafür unzählige kleine und kleinste Läden, die häufig ein Vollsortiment (ausser Feuerzeugen) anbieten.

Nun muss ich das Mineralwasser und die Milch nicht mehr so weit schleppen. Weil, das Hahnenwasser soll man auch hier nur abgekocht trinken. Immerhin habe ich hier den Luxus von fliessend Warm- und Kaltwasser im zehnten Stock

Di 29. Januar 2019   A.    25° – 37° – 31°   wenige harmlose Wölkchen

Was habe ich heute gemacht: Tagwache war wie meistens, wenn ich kein Appointment am Tag habe, um 05:00 Uhr, also im Moment etwa eine Stunde vor Sonnenaufgang. Zuerst eine Stunde intensives Online Sprachentraining. Zwei bis drei verschiedene Kurse. Man kann sich bei jedem Kurs ein Tages-Lernminimum einstellen. Meist habe ich dieses bereits um sechs Uhr morgens übertroffen.

Nachher erfolgt ein etwa zwanzigminütiges Trainingsprogramm, im bereits erwähnten Fitnessraum, wo ich Beweglichkeits- und Krafttrainingsübungen mache.

Heute, wo im Tagesverlauf wieder eher sehr warme Temperaturen zu erwarten sind, bin ich vor acht Uhr ein paar hundert Meter zu einer grösseren Apotheke gelaufen, wo ich mir etwas gegen meine sich tendenziell verstopfenden Ohren geben lassen habe. (Das Problem mit den sich verstopfenden Ohren habe ich seit ein paar Jahren und ist bisher zum Glück mein einziges chronisches, physisches ‚Leiden’.) Das einzige das ‚Problem’ wirklich lösende ist, eine richtige Ohrspülung beim Arzt. Alle anderen „todsicheren“ Mittelchen wirken bei mir kaum oder gar nicht. (Vielleicht kennt jemand noch einen anderen ‚todsicher helfenden’ Tip?)

Nach Hause zurückgekehrt, wollte ich endlich einmal meinen neuen Elektrobackofen ausprobieren. Da ich den Kühlschrank vor ein paar Tagen mit Frischprodukten aufgefüllt hatte und auch ein Fertigteig im Einkauf dabei war, ist klar, dass ich wieder einmal eine selbstgemachte Pizza Vegetariana (Tomaten, Oregano, Zwiebeln, Locote – eine Art Peperoni, Knoblauch, Oliven) backen wollte. Mit dem Resultat bin ich ziemlich zufrieden, wenn auch der Teig nicht das wirklich Wahre war. Den kann ich ja auch selber machen. Muss nur noch schauen, wo ich all die Zutaten (Hefe, ein ansprechendes Mehl…..) bekomme.

Nun bin ich auch in dieser Hinsicht auf spontane Gäste vorbereitet. 😉 Und ja, wenn nichts überraschendes mehr passiert heute, werde ich so zwischen neun und zehn Uhr im Bett sein.